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Venezianischen Herrschaft 

Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wurde wieder verstärkt um die Herrschaft in Kroatien gekämpft. Der venezianische Doge Peter Orseolo wollte diese Inseln nun endgültig erobern und segelte im Jahre 1000 am 9. Mai mit seinen Schiffen in die damalige Inselhauptstadt Osor.

Die Bevölkerung ergab sich kampflos und leistete einen Treueid auf seinen neuen Herren. Im Jahr 1018 wurde zwischen dem venezianischen Dogen, der Kirche und der Städtekammer von Osor vertraglich vereinbart, daß die Städte Osor und Cres jährlich 40 Marderfelle an Venedig abgeben mußten.

Die Stadt Beli hatte den Status eines selbständigen Kastells, deshalb schloß der Doge mit ihr einen separaten Vertrag ab.Die venezianische Herrschaft wurde bald darauf für kurze Zeit von der byzantinischen Herrschaft abgelöst. Aber schon im Jahr 1096 fielen die Inseln unter die Führung des kroatischen Königs Peter Krešimir, der das ganze damalige Kroatien und Dalmatien beherrschte.

Im Jahr 1409 wurde das Cres- Osorer Fürstentum abgesetzt und die Inseln der Venezianischen Republik angegliedert. Die Venezianischen Herrscher wählten einen Fürsten, der die administrative, militärische und juristische Gewalt über die Inseln besaß. Die Herrschaft Venedigs dauerte insgesamt 388 Jahre und prägte in großem Maße die Sprache, Schrift, Kultur und Religion der Inselbewohner.

Aufgrund der Dominanz der venezianischen Herrscher über den Seehandel stagnierte die ökonomische Entwicklung der Inseln und die Seehandelsflotte verlor zunehmend an Bedeutung. Denn die geschickten und tüchtigen Seeleute der Inseln waren für die Venezianer eine gefährliche Konkurrenz in diesem Teil der Adria.

Die Inselbewohner mußten nicht nur regelmäßige Abgaben bezahlen, sondern waren auch mit der Versorgung der venezianischen Schiffe belastet. Vor allem mußte die Cres-Lošinjer Bevölkerung Galioten (Galeerensklaven) stellen, weil von anderen Kvarnerinseln (Krk und Rab) nicht genügend Männer zur Verfügung standen. Im 16. Jahrhundert wurden dann Sträflinge eingesetzt.

Während der Expansion des französischen Kaiserreichs, eroberte Napoleon 1797 die Venezianische Republik. Somit fielen die Kvarner Inseln unter die napoleonische Herrschaft. Das Volk feierte jubelnd die Befreiung von der jahrhundertelangen Unterdrückung der Venezianer. Danach fielen die Inseln für kurze Zeit unter die Herrschaft des österreichischen Kaisers, aber nach dem Sieg Napoleons bei Austerlitz 1805 mußte Österreich diesen Teil der Adria wieder an die Franzosen zurückgeben.

Im Februar 1806 gelangte die französische Armee auf die Inseln und unter ihrer Führung wurden sie dem italienischen Königreich zugeordnet. Die politische Hauptstadt blieb Cres. Nach der Niederlage Napoleons bei Leipzig 1813 gehörten die Inseln für die nächsten 100 Jahre dem Österreichischen Kaiserreich an. In dieser Zeit blieb die politische Situation stabil, deshalb konnten sich die Inselbewohner wieder der Wirtschaft, dem Handel und der Kultur widmen.

Die Insel Lošinj entwickelte sich zu einem Seehandelszentrum und die Insel Cres zum Zentrum für Landwirtschaft, da sie über gut gedeihende Weinanbau flächen und Olivenhaine verfügte. Leider hielt diese Entwicklung nicht lange an. Durch das Aufkommen der Dampfschiffahrt verlor die Stadt Lošinj an Bedeutung, außerdem wurden die Creser Weinberge von Schädlingen be­fallen und vernichtet. Aus dieser Not heraus begann Ende des 19. Jahrhunderts eine Auswanderungs­periode. Viele der Inselbewohner erhofften sich in Amerika eine bessere Zukunft. Einer der einflußreichsten Figuren aus dieser Zeit war ohne Zweifel der Lošinjner Professor Ambroz Haračić. Im Jahre 1880 eröffnete er eine meteorologische Wetterstation in Mali